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Senior Analyst

Marcus Feldmann

Verbraucherökonomie und Inflationsanalyse

Mit über 13 Jahren Erfahrung in der empirischen Haushaltsforschung analysiert Marcus Feldmann die komplexen Zusammenhänge zwischen Preisanstiegen und Sparverhalten privater Haushalte — insbesondere in Nordrhein-Westfalen.

13+
Jahre Erfahrung
47
Publikationen
8
Jahre bei SparAnalyse
Marcus Feldmann, Senior Analyst für Verbraucherökonomie bei SparAnalyse GmbH, Portrait

Forschungsschwerpunkte und Expertise

Marcus Feldmanns Arbeit konzentriert sich auf die empirische Analyse von Haushaltsverhalten unter wirtschaftlichem Druck. Seine Forschung kombiniert rigorose Datenaufbereitung mit praktischen Erkenntnissen für Privatpersonen und Institutionen.

Inflationsdynamiken

Analyse von Preisanstiegen in verschiedenen Konsumkategorien mit besonderem Fokus auf regionale Unterschiede und deren Auswirkungen auf Haushaltsbudgets.

Sparverhalten

Untersuchung von Sparquoten und Sparstrategien privater Haushalte — wie Menschen ihre Ersparnisse anpassen, wenn die Lebenshaltungskosten steigen.

Konsumverhalten

Vertiefende Studien darüber, wie Haushalte ihre Kaufentscheidungen unter Preissteigerungen treffen und wo sie sparen, ohne ihre Lebensqualität zu sehr einzubußen.

Regionale Analysen

Spezialisiert auf Nordrhein-Westfalen mit tiefem Verständnis für lokale Konsumtrends, besonders in Bonn, Köln und der Region Rheinland.

Fragen an Marcus Feldmann

Wie bist du zur Haushaltsforschung gekommen?

Eigentlich eher durch Zufall. Während meines Studiums an der Universität Bonn habe ich als studentische Hilfskraft beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung angefangen — zunächst nur, um mein Studium zu finanzieren. Aber die Daten haben mich fasziniert. Zu sehen, wie Menschen wirklich wirtschaften, nicht wie Lehrbücher sagen, dass sie es tun sollten. Das hat mich geprägt.

Worum ging es in deiner Dissertation?

Meine Promotion untersuchte erstmals systematisch, wie private Haushalte in der Region Bonn ihre Sparquoten bei Preisanstiegen anpassten. Das war Anfang der 2000er, als Inflation noch nicht so präsent war wie heute. Aber das Thema ist zeitlos: Was tun Menschen, wenn plötzlich alles teurer wird? Sparen sie mehr? Weniger? Verschieben sie ihre Ausgaben? Die Antwort ist komplexer als man denkt — und damals völlig untererforscht.

Du hast viele Jahre bei anderen Instituten gearbeitet, bevor du zu SparAnalyse gestoßen bist. Warum der Wechsel 2016?

Nach zehn Jahren in etablierten Instituten wollte ich etwas aufbauen. SparAnalyse GmbH hatte die Vision, Haushaltsforschung nicht nur für Akademiker zugänglich zu machen, sondern für normale Menschen. Ich konnte hier das analytische Fundament für die heute bekannten Sparvergleiche und Inflationsindizes aufbauen. Das war reizvoller als noch ein Paper zu schreiben, das nur 50 Experten lesen.

Was treibt dich in deiner Arbeit an?

Das Verständnis dafür, dass Inflation nicht abstrakt ist. Sie beeinflusst konkrete Entscheidungen von Familien in Bonn, Köln und dem gesamten Rheinland. Wenn eine Mutter überlegen muss, ob sie Bio-Obst kauft oder beim Discounter spart — das ist echte Inflation. Meine Analysen helfen Menschen, ihre Situation besser zu verstehen. Das ist mehr wert als jede Publikation.

Was unterscheidet deine Analysen von denen anderer Forscher?

Rigorose Datenaufbereitung. Ich kombiniere Haushaltspaneldaten mit regionalen Verbrauchsdaten, um Muster zu erkennen, die andere übersehen. Viele Studien arbeiten mit Aggregaten — durchschnittliche Haushalte in Durchschnittsregionen. Ich schaue hin, wo es weh tut: Wie unterscheidet sich die Situation für einen Single-Haushalt von einer Familie mit Kindern? Für Rentner versus Berufstätige? Das sind die Fragen, die ich stelle.

Ausbildung und Karriere

2024

Leitung Forschungsbereich

SparAnalyse GmbH

Leitet alle empirischen Forschungsprojekte und betreut Studienprogramme zur Analyse von Konsumtrends und Sparverhalten in Deutschland.

2016

Senior Analyst für Verbraucherökonomie

SparAnalyse GmbH

Gründet den analytischen Kern von SparAnalyse und entwickelt die Methodik für Sparvergleiche und Inflationsindizes, die heute Tausende nutzen.

2006–2016

Analyst und Projektleiter

Institut für Finanzmarktforschung, Frankfurt am Main

Leitet mehrere Großprojekte zur Haushaltsforschung und publiziert regelmäßig in führenden wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften.

2005

Promotion in Volkswirtschaftslehre

Universität Bonn

Dissertation: “Preiswahrnehmung und Sparentscheidungen privater Haushalte” — ein Grundlagenstudium, das später zur Basis mehrerer Grossprojekte wird.

2002

Diplom Volkswirtschaftslehre

Universität Bonn

Schwerpunkte: Haushaltsökonomie, empirische Wirtschaftsforschung und Statistik. Parallel: Studentische Hilfskraft beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung.

Ausgewählte Veröffentlichungen

Marcus hat über 47 wissenschaftliche Artikel und Studienberichte veröffentlicht. Hier eine Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten:

2023 Journal of Consumer Economics

Inflation und Sparverhalten: Eine Panelanalyse deutscher Haushalte 2019–2023

Untersucht, wie deutsche Haushalte ihre Sparquoten als Reaktion auf Inflationsereignisse anpassten. Mit Schwerpunkt auf Unterschiede zwischen Regionen und Haushaltstypen.

2021 Wirtschaftsdienst

Konsumverhalten im Wandel: Regionale Unterschiede in Nordrhein-Westfalen

Detaillierte Analyse, wie sich Konsummuster zwischen Urban und Rural unterscheiden und wie Preisanstiege diese Muster verschieben.

2019 SparAnalyse Research Report

Bonner Haushalte im Sparvergleich: Strategien unter Budgetdruck

Umfassender Bericht zur Sparsituation in der Region Bonn mit konkreten Empfehlungen für Haushalte und Finanzinstitute.

2017 Applied Economics Quarterly

Preiswahrnehmung und Kaufentscheidungen: Experimentelle Evidenz aus NRW

Experimentelle Studie, die zeigt, wie Haushalte Preisveränderungen wahrnehmen und welche Entscheidungen sie treffen — oft nicht rational, sondern emotional.

Die Philosophie hinter der Forschung

Marcus Feldmanns Ansatz unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen Wirtschaftsforschern. Er sieht Daten nicht als abstrakte Zahlen, sondern als Geschichten von Menschen. Jeder Datenpunkt ist eine Entscheidung: Soll ich sparen oder ausgeben? Welche Lebensmittel sind mir den Preis wert? Wie viel gebe ich für Wohnung, Transport und Freizeit aus?

Für Marcus ist es entscheidend, diese Entscheidungen in ihrem Kontext zu verstehen. Ein Haushalt in Bonn-Beuel hat andere Möglichkeiten als einer in Köln-Rodenkirchen. Ein Rentner mit Altersheim-Kosten hat andere Prioritäten als ein junges Paar mit Kind. Seine Analysen zerlegen nicht einfach “die Deutschen” in Statistiken — sie fragen: Wer leidet wirklich unter Inflation? Wer kann noch sparen? Wo ist der Druck am größten?

Diese Perspektive macht seine Arbeit wertvoll nicht nur für Wissenschaftler, sondern für normale Menschen. Seine Studien werden von Zeitungen zitiert, von Familien gelesen, von Politikern beachtet. Nicht weil die Zahlen sensationell sind, sondern weil sie ehrlich sind. Marcus berichtet, was die Daten sagen — auch wenn es unbequem ist.

Und das treibt ihn täglich an: Das Gefühl, dass jede gut gemachte Analyse einer Familie hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Dass Verständnis zu Handlung führt. Das ist sein Antrieb.

“Inflation ist nicht abstrakt. Sie beeinflusst konkrete Entscheidungen von Familien. Wenn ich helfen kann, dass Menschen ihre Situation besser verstehen, dann habe ich meinen Job gemacht.”

— Marcus Feldmann