Marcus Feldmann
Verbraucherökonomie und Inflationsanalyse
Mit über 13 Jahren Erfahrung in der empirischen Haushaltsforschung analysiert Marcus Feldmann die komplexen Zusammenhänge zwischen Preisanstiegen und Sparverhalten privater Haushalte — insbesondere in Nordrhein-Westfalen.
Forschungsschwerpunkte und Expertise
Marcus Feldmanns Arbeit konzentriert sich auf die empirische Analyse von Haushaltsverhalten unter wirtschaftlichem Druck. Seine Forschung kombiniert rigorose Datenaufbereitung mit praktischen Erkenntnissen für Privatpersonen und Institutionen.
Inflationsdynamiken
Analyse von Preisanstiegen in verschiedenen Konsumkategorien mit besonderem Fokus auf regionale Unterschiede und deren Auswirkungen auf Haushaltsbudgets.
Sparverhalten
Untersuchung von Sparquoten und Sparstrategien privater Haushalte — wie Menschen ihre Ersparnisse anpassen, wenn die Lebenshaltungskosten steigen.
Konsumverhalten
Vertiefende Studien darüber, wie Haushalte ihre Kaufentscheidungen unter Preissteigerungen treffen und wo sie sparen, ohne ihre Lebensqualität zu sehr einzubußen.
Regionale Analysen
Spezialisiert auf Nordrhein-Westfalen mit tiefem Verständnis für lokale Konsumtrends, besonders in Bonn, Köln und der Region Rheinland.
Fragen an Marcus Feldmann
Wie bist du zur Haushaltsforschung gekommen?
Eigentlich eher durch Zufall. Während meines Studiums an der Universität Bonn habe ich als studentische Hilfskraft beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung angefangen — zunächst nur, um mein Studium zu finanzieren. Aber die Daten haben mich fasziniert. Zu sehen, wie Menschen wirklich wirtschaften, nicht wie Lehrbücher sagen, dass sie es tun sollten. Das hat mich geprägt.
Worum ging es in deiner Dissertation?
Meine Promotion untersuchte erstmals systematisch, wie private Haushalte in der Region Bonn ihre Sparquoten bei Preisanstiegen anpassten. Das war Anfang der 2000er, als Inflation noch nicht so präsent war wie heute. Aber das Thema ist zeitlos: Was tun Menschen, wenn plötzlich alles teurer wird? Sparen sie mehr? Weniger? Verschieben sie ihre Ausgaben? Die Antwort ist komplexer als man denkt — und damals völlig untererforscht.
Du hast viele Jahre bei anderen Instituten gearbeitet, bevor du zu SparAnalyse gestoßen bist. Warum der Wechsel 2016?
Nach zehn Jahren in etablierten Instituten wollte ich etwas aufbauen. SparAnalyse GmbH hatte die Vision, Haushaltsforschung nicht nur für Akademiker zugänglich zu machen, sondern für normale Menschen. Ich konnte hier das analytische Fundament für die heute bekannten Sparvergleiche und Inflationsindizes aufbauen. Das war reizvoller als noch ein Paper zu schreiben, das nur 50 Experten lesen.
Was treibt dich in deiner Arbeit an?
Das Verständnis dafür, dass Inflation nicht abstrakt ist. Sie beeinflusst konkrete Entscheidungen von Familien in Bonn, Köln und dem gesamten Rheinland. Wenn eine Mutter überlegen muss, ob sie Bio-Obst kauft oder beim Discounter spart — das ist echte Inflation. Meine Analysen helfen Menschen, ihre Situation besser zu verstehen. Das ist mehr wert als jede Publikation.
Was unterscheidet deine Analysen von denen anderer Forscher?
Rigorose Datenaufbereitung. Ich kombiniere Haushaltspaneldaten mit regionalen Verbrauchsdaten, um Muster zu erkennen, die andere übersehen. Viele Studien arbeiten mit Aggregaten — durchschnittliche Haushalte in Durchschnittsregionen. Ich schaue hin, wo es weh tut: Wie unterscheidet sich die Situation für einen Single-Haushalt von einer Familie mit Kindern? Für Rentner versus Berufstätige? Das sind die Fragen, die ich stelle.
Ausbildung und Karriere
Leitung Forschungsbereich
SparAnalyse GmbH
Leitet alle empirischen Forschungsprojekte und betreut Studienprogramme zur Analyse von Konsumtrends und Sparverhalten in Deutschland.
Senior Analyst für Verbraucherökonomie
SparAnalyse GmbH
Gründet den analytischen Kern von SparAnalyse und entwickelt die Methodik für Sparvergleiche und Inflationsindizes, die heute Tausende nutzen.
Analyst und Projektleiter
Institut für Finanzmarktforschung, Frankfurt am Main
Leitet mehrere Großprojekte zur Haushaltsforschung und publiziert regelmäßig in führenden wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften.
Promotion in Volkswirtschaftslehre
Universität Bonn
Dissertation: “Preiswahrnehmung und Sparentscheidungen privater Haushalte” — ein Grundlagenstudium, das später zur Basis mehrerer Grossprojekte wird.
Diplom Volkswirtschaftslehre
Universität Bonn
Schwerpunkte: Haushaltsökonomie, empirische Wirtschaftsforschung und Statistik. Parallel: Studentische Hilfskraft beim Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung.
Ausgewählte Veröffentlichungen
Marcus hat über 47 wissenschaftliche Artikel und Studienberichte veröffentlicht. Hier eine Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten:
Inflation und Sparverhalten: Eine Panelanalyse deutscher Haushalte 2019–2023
Untersucht, wie deutsche Haushalte ihre Sparquoten als Reaktion auf Inflationsereignisse anpassten. Mit Schwerpunkt auf Unterschiede zwischen Regionen und Haushaltstypen.
Konsumverhalten im Wandel: Regionale Unterschiede in Nordrhein-Westfalen
Detaillierte Analyse, wie sich Konsummuster zwischen Urban und Rural unterscheiden und wie Preisanstiege diese Muster verschieben.
Bonner Haushalte im Sparvergleich: Strategien unter Budgetdruck
Umfassender Bericht zur Sparsituation in der Region Bonn mit konkreten Empfehlungen für Haushalte und Finanzinstitute.
Preiswahrnehmung und Kaufentscheidungen: Experimentelle Evidenz aus NRW
Experimentelle Studie, die zeigt, wie Haushalte Preisveränderungen wahrnehmen und welche Entscheidungen sie treffen — oft nicht rational, sondern emotional.
Die Philosophie hinter der Forschung
Marcus Feldmanns Ansatz unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen Wirtschaftsforschern. Er sieht Daten nicht als abstrakte Zahlen, sondern als Geschichten von Menschen. Jeder Datenpunkt ist eine Entscheidung: Soll ich sparen oder ausgeben? Welche Lebensmittel sind mir den Preis wert? Wie viel gebe ich für Wohnung, Transport und Freizeit aus?
Für Marcus ist es entscheidend, diese Entscheidungen in ihrem Kontext zu verstehen. Ein Haushalt in Bonn-Beuel hat andere Möglichkeiten als einer in Köln-Rodenkirchen. Ein Rentner mit Altersheim-Kosten hat andere Prioritäten als ein junges Paar mit Kind. Seine Analysen zerlegen nicht einfach “die Deutschen” in Statistiken — sie fragen: Wer leidet wirklich unter Inflation? Wer kann noch sparen? Wo ist der Druck am größten?
Diese Perspektive macht seine Arbeit wertvoll nicht nur für Wissenschaftler, sondern für normale Menschen. Seine Studien werden von Zeitungen zitiert, von Familien gelesen, von Politikern beachtet. Nicht weil die Zahlen sensationell sind, sondern weil sie ehrlich sind. Marcus berichtet, was die Daten sagen — auch wenn es unbequem ist.
Und das treibt ihn täglich an: Das Gefühl, dass jede gut gemachte Analyse einer Familie hilft, bessere Entscheidungen zu treffen. Dass Verständnis zu Handlung führt. Das ist sein Antrieb.
“Inflation ist nicht abstrakt. Sie beeinflusst konkrete Entscheidungen von Familien. Wenn ich helfen kann, dass Menschen ihre Situation besser verstehen, dann habe ich meinen Job gemacht.”
Aktuelle Analysen von Marcus Feldmann
Regelmäßig veröffentlicht Marcus tiefgehende Analysen zu Inflation, Sparverhalten und Konsumtrends. Hier sind einige seiner neuesten Beiträge:
Lebensmittelpreise in Bonn — Was sich wirklich geändert hat
Eine detaillierte Analyse der Lebensmittelpreise in der Region Bonn über die letzten drei Jahre. Welche Kategorien sind am stärksten gestiegen? Wo sparen Haushalte tatsächlich ein?
Sparstrategien für steigende Lebenshaltungskosten
Wie passen Haushalte ihre Sparquoten an, wenn die Lebenshaltungskosten steigen? Praktische Strategien basierend auf Daten von über 2.000 Haushalten in NRW.
Konsumverhalten im Wandel — Eine Studie der Bonner Haushalte
Wie verändern sich Konsummuster, wenn die Preise steigen? Diese Studie verfolgt Bonner Haushalte über 18 Monate und dokumentiert ihre Anpassungen.